Goldbach

Rundes Programm aus guter Familie

Nachdem der Markt Goldbach seit längerem erfolgreich mit der GIS-Software Magellan® gearbeitet hat, entschied er sich 2002, den dazugehörigen Viewer Kominfo® zu installieren. Der IT-Leiter Jens Brückner gewährt Einblick in die Entscheidungsfindung und den Beschaffungsprozess.

Klein aber eigenständig

Goldbach mag nicht jedermann ein Begriff sein. Fragt man aber nach der Autobahn-Einhausung und der Staugefahr bei Frankfurt, erntet man wissende Blicke.

Dabei hat die Gemeinde weit mehr zu bieten als den teuersten Autobahnabschnitt Deutschlands und das Einzugsgebiet einer Metropole. „Goldbach bietet alles, was das Herz begehrt. Man könnte eine Mauer herum bauen, wir würden nichts vermissen“, schmunzelt Brückner. Lange Jahre wurde von der eigenen Industrie profitiert, die sich auf die Bereiche Sporttextilien sowie Entsorgung erstreckte, heute nutzen vor allem Pendler und Messegäste die schnelle Erreichbarkeit von Frankfurt.

Auf Eigenständigkeit setzt die 10 000 Einwohner-Gemeinde nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch in der kommunalen Verwaltung. Dies gehörte schließlich auch zu den wesentlichen Anforderungen, die Goldbach an ihr GIS-System stellte: Leicht und unabhängig von Dienstleistern und EDV-Spezialisten sollten die Geobasisdaten importierbar sein, darüber hinaus schnell im Datenaufbau, sowie für mehrere Viewer einsehbar. Eine flexible Erweiterung der Software wäre ebenso wünschenswert, wie eine überschaubare Preisgestaltung für Anschaffung und Pflege.

GIS auf GIS

Rathaus GoldbachFündig wurde Goldbach bei den Firmen geoinform AG und bec-kommunal GmbH, die als Gemeinschaftsprodukt das Programm Kominfo® entwickelten. Es ermöglicht die Bearbeitung, sowie den schnellen und eigenständigen  Austausch von Sachdaten und ist zu 100% mit dem Expertensystem Magellan® kompatibel. Es kann jederzeit um zahlreiche Kommunal- bzw. Bauamtsmodule erweitert werden. Die Tatsache, dass Magellan® in der Kommunalverwaltung bereits seit 1997 installiert war, erleichterte die Entscheidung.

So gestaltete sich der gesamte Beschaffungsprozess vergleichsweise kurz. Nachdem verschiedene Software-Angebote gesichtet und ausgewertet wurden, überzeugte Kominfo®  durch Erfüllung aller Anforderungskriterien und mit einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Nach nur vier Wochen der Entscheidungsfindung verabschiedete die Hauptverwaltung im Jahr 2002 den Beschluss, Kominfo®  einzuführen.

Innerhalb eines Arbeitstages war das GIS bereits in der Bau- und Finanzverwaltung, sowie für den Bürgermeister selbst einsatzbereit. Die komplette Kommunalverwaltung orderte neben der Serverversion auch die Erweiterungen Kominfo®.office für die Beitragsveranlagung (inkl. Kassenschnittstelle) sowie Kominfo®.net zur Verwaltung der Fachsparten wie zum Beispiel Kanal, Wasser oder Verkehrszeichen.

Aktuell und innovativ

Um die Aktualität der Geobasisdaten zu wahren, tauscht Goldbach diese halbjährlich mit dem Vermessungsamt aus. Die neusten Programmentwicklungen erfährt die Verwaltung durch das jährliche Update von Kominfo®, welches per CD verschickt wird, oder im Internet abgerufen werden kann. Oft informiert aber der ortsansässige Vertriebsmitarbeiter bereits früher über Neuerungen und hilft bei Fragen und Problemen schnell und unkompliziert weiter.

Die Kommunalverwaltung setzt aber nicht nur auf vorhandenes Wissen, sondern nutzt auch das Angebot von Schulungen, die geoinform und bec anbieten. So konnten sich die Mitarbeiter bereits über Themen wie Grundstücksverkehr, Beitragsmodul und Bauantrag weiterbilden. Die angebotenen Anwendertreffen werden ebenso gerne besucht, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen und in den persönlichen Kontakt mit den Herstellerfirmen zu treten.

Das vorhandene Kanalnetz ist mittlerweile zu 95% und das Wassernetz zu 90% digital erfasst. Aber auch an weiteren Sparten ist die Gemeinde interessiert: Gerade im Hinblick auf die zunehmende Sturmgefahr, so Brückner, wolle man künftig auch das Baumkataster digitalisieren. Der Erwerb der neu entwickelten EWO-Schnittstelle, welche die Einspeisung von Daten des Einwohnermeldeamtes ermöglicht, wird ebenso ins Auge gefasst. Beides kann an Kominfo® angebunden werden.

Diesen und anderen Neuerungen stets offen eingestellt, ist Goldbach bestrebt eines zu vermeiden: den Stillstand. Auch wenn der Verkehr vor den Toren der Stadt beharrlich anderer Meinung ist.

Das Interview können Sie auch als PDF downloaden:

Projektbeispiel-Goldbach.pdf

Jens Brückner (Projektleitung)

*26.11.1984 in Aschaffenburg

2001-2004
Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten

2005-2007
Fortbildung zum Verwaltungsfachwirt

Seit Januar 2009
IT-Leiter Markt Goldbach, EDV-Administration, Schulungen, Sitzungsdienst